Der High-Tech Gründerfonds investiert in den Lasertechnik-Hersteller Pulsar Photonics GmbH. Die Firma entwickelt neuartige System- und Maschinentechnik für die Laser Materialbearbeitung mit ultrakurz gepulster Laserstrahlung. Mit dieser Fertigungstechnologie können nahezu alle Materialen effizient und mit größter Präzision bearbeitet werden.

Aachen / Bonn, den 2. März 2016

Der Einsatz von Laserstrahlung als Werkzeug in der Produktion ist in vielen Bereichen industriell etabliert und hat zu einem Wandel geführt, bei dem klassische Fertigungsverfahren durch laserbasierte Prozesse ersetzt werden. Seit einigen Jahren ist eine neue Klasse von Lasern am Markt verfügbar, die Laserstrahlung in extrem kurzen Pulsen emittiert, sog. Ultrakurzpulslaser. Diese Pulse sind in der Lage, nahezu jedes Material selektiv zu verdampfen, ohne dabei schädigenden Einfluss auf das umgebende Material zu nehmen. Mit diesen Lasern steht ein hochpräzises Werkzeug für die Fertigung zur Verfügung, mit dem Potential einer enormen Anwendungsbreite. So werden künftig Smartphone-Displays mit UKP-Lasern geschnitten, die heute noch mechanisch bearbeitet werden. In Bereichen wie der Stent-Herstellung, dem Bohren von Einspritzdüsen und der Elektronikherstellung werden UKP-Prozesse bereits industriell eingesetzt.

Bisher konnten allerdings viele Prozesse nicht wirtschaftlich umgesetzt werden, da die Einricht- und Prozesszeiten zu lang waren. Dies führte dazu, dass das Potential bestehender UKP-Laser bisher nicht vollständig ausgenutzt und der Markt trotz vorhandener Anwendungen in vielen Bereichen wirtschaftlich nicht erschlossen werden konnte.

Pulsar Photonics entwickelt System- und Maschinentechnik, die die Effizienz dieser Technologie deutlich erhöht. So ermöglicht der MultibeamScanner – ein System zur Strahlformung – eine Steigerung der Bearbeitungsgeschwindigkeit um bis zu einen Faktor 100. Durch die intelligente Vernetzung der eingesetzten Systeme kann zudem die Rüstzeit verkürzt und die Nutzung vereinfacht werden. Die Integration von Sensorik ermöglicht eine bessere Kontrolle der Prozesse und die Vermessung der Bearbeitungsergebnisse direkt in der Maschine. Die Lasermaschinen von Pulsar Photonics vereinen die Kompetenzen in einem System und ermöglichen eine kundenspezifische Konfiguration, die an die unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf Kosten und Performance angepasst werden kann. Im Bereich der UKP-Auftragsfertigung agiert Pulsar Photonics als Dienstleister für die Präzisionsfertigung von Bauteilen und technischen Oberflächen, sowie für die Entwicklung von neuen Applikationen.

„Jahrelange Erfahrung und viele Gespräche mit Herstellern und Kunden haben den Bedarf nach einer zuverlässigen, schnellen und kosteneffizienten Technologie herausgestellt, die wir heute mit unseren Produkten bedienen können. Die Markteinführung der ersten Systeme und Maschinen ist bereits erfolgt und bei europäischen und asiatischen Kunden im Einsatz.“ sagt Dr. Jens Holtkamp, einer der drei Gründer und Geschäftsführer der Firma.

„Der HTGF hat sehr gute Erfahrungen mit Gründungen aus dem Bereich Lasertechnologie gemacht. Wir kennen das Team der Pulsar Photonics seit mehr als 2 Jahren und sind von der Kompetenz und der Umsetzungsgeschwindigkeit der Gründer beeindruckt. Pulsar Photonics bietet Lösungen an, um das enorme technische Potential von Ultrakurzpulslasern wirtschaftlich nutzbar zu machen“, sagt Klaus Lehmann, Senior Investment Manager beim HTGF.

Über den High-Tech Gründerfonds

Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der Fonds beteiligt sich initial mit 600.000 Euro; insgesamt stehen bis zu 2 Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung. Investoren der Public-Private-Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW Bankengruppe sowie die 18 Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, Bayer, B. Braun, Robert Bosch, CEWE, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik, Lanxess, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, METRO, Qiagen, RWE Innogy, SAP, Tengelmann und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 576 Mio. EUR (272 Mio. EUR Fonds I und 304 Mio. EUR Fonds II).

Kontakt:

High-Tech Gründerfonds Management GmbH

Klaus Lehmann

Schlegelstraße 2

53113 Bonn

Tel.: +49 228 823001-00

Fax: +49 228 823000-50

E-Mail: info [at] htgf [dot] de

www.high-tech-gruenderfonds.de

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